Sonntag, 5. Juli 2015

Montag, 06. Juli 2015

Während ich den Text geschrieben habe, habe ich
dieses Lied gehört - wer Lust hat, kann es ja beim
Lesen auch hören (:


nymphetamine-mondlicht.de

Abschiede. Je älter man wird, desto öfter nimmt man Abschied. Von der Kindheit, Momenten, Situationen, Lebenabschnitten, Haustieren, Wegbegleitern, Freunden, Familie, Schule, Arbeit, Heimat.
Alte Wege trennen sich - neue Wege laufen zusammen, jemand verschwindet aus unserem Blickfeld und ein neuer jemand stolpert hinein. Wir nehmen Abschied und begrüßen das Neue - manchmal mehr, manchmal weniger glücklich.
Aber so funktioniert das nun mal - da Leben. Dinge bleiben nicht gleich und sich an etwas festhalten, das keinen Bestand haben kann, macht das Abschied nehmen nur noch schwerer.

Wir wünschen uns Sicherheit, Geborgenheit und einen Hafen, an dem wir unsere Anker werfen können. Aber wir müssen Acht geben, dass sich das verträgt - schließlich brauchen wir auch Wind in den Segeln um neue Ufer zu entdecken.
In meinem Leben gibt es nur wenige Konstanten und meine Konstanten bestehen eigentlich nur aus meiner Familie. Meinem Papa, der mit mir Anlauf genommen hat und mit den Köpfen durch alle Mauern gelaufen ist, die sich uns in den Weg gestellt haben. Meine Mama, die uns Helme aufgesetzt hat bevor wir Anlauf genommen haben und mit ihrem Versuch an unsere Vernunft zu appellieren oftmals kläglich gescheitert ist. Und mein Bruder, der mir immer den Rücken frei hält und das Gleichgewicht ausbalanciert, damit ich mit dem Kopf in den Wolken aber mit den Füßen auf dem Boden bleibe - das perfekte Gegenstück zu mir, wie Feuer und Wasser.
Meine Familie ist mein Zuhause, mein Hafen und ganz egal ob wir alle an ein und dem selben Ort sind oder über die ganze Welt verteilt wären - bei diesen Menschen weiß ich, wenn ich sie brauche sind sie da und perfekt ausgerüstet um Mauern nieder zu reißen.

Mit Freunden ist das anders. Ich habe kaum Freunde, die ich wirklich als Konstanten in meinem Leben betrachten würde. Das liegt vor allem daran, dass sich Wege eben trennen und wenn man sich wieder sieht, ist die Enttäuschung manchmal groß, weil man den Menschen vor sich nicht mehr wieder erkennt. Veränderungen sind gut und wichtig, aber manchmal verändert man sich in Richtungen, die sich gänzlichst von einander unterscheiden und man findet keinen gemeinsamen Nenner mehr, keine Basis. Und man erinnert sich an die Person, die man vor Jahren kannte und ins Herz geschlossen hat und das, was aus ihr geworden ist, ist einfach nicht das, was man erwartet hat.
Manche Menschen, die in unser Leben treten, sind einfach nur als Wegbegleiter vorgesehen - sie begleiten uns ein Stück, man wächst aneinander, sammelt Erinnerungen und glückliche Momente und wenn es an der Zeit ist sich wieder zu trennen, wenn man die Weggabelung erreicht hat, dann ist es auch Notwendig in unterschiedliche Richtungen weiter zu laufen, Abschied zu nehmen und sich bereit dafür zu machen denjenigen, der vielleicht schon an der nächsten Kreuzung auf uns wartet, willkommen zu heißen.

Ich bin dankbar für jeden Menschen, mit dem ich einen Teil meines Weges gehen durfte und darf. Ich bin dankbar, für all die schönen Erinnerungen aber auch für die Probleme, an denen ich wachsen konnte. Ich bin dankbar für jeden Stein, den mir ein falscher Freund vor die Füße geworfen hat und ich bin dankbar für jeden wahren Freund, der mir dabei geholfen hat, diesen steinigen Weg begehbar zu machen. Ich bin dankbar für Erinnerungen, Momente, Situationen, Gedanken, Ideen und Veränderung. 
Es gibt Menschen, die ich vermisse und immer vermissen werde. Es gibt Menschen, bei denen ich sehr froh bin, dass sie nicht mehr Teil meines Lebens sind. Und es gibt Menschen, die mich mein ganzes Leben begleitet haben und immer begleiten werden. 
Das Leben ist zu kurz um an denen festzuhalten, die keinen Platz mehr in unserem oder wir keinen Platz mehr in ihrem Leben haben - genießt die Zeit die ihr habt mit den Menschen, die gerade euren Weg teilen und wenn ihr euch einsam fühlt, denkt an all die wunderbaren Menschen, die ihr schon begrüßen durftet und freut euch auf diejenigen, die euren Weg noch kreuzen werden.

Abschied zu nehmen ist nie einfach, aber notwendig. Und ein geschlossenes Kapitel bedeutet nur, dass man anfängt ein neues zu beginnen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen